Mittwoch, 23. Dezember 2015

Weihnachten

Ich könnte darüber schreiben wie Weihnachten in Peru ist oder darüber was in der Weihnachtszeit ganz anders war als sonst. Oder darüber wie sehr ich grade jetzt meine Familie und Deutschland vermisse.
Aber all das würden sehr deprimierende Post werden, denn Weihnachten ist in Peru quasi nicht existent. Es gab im September keine Schokoladenweinachtsmänner, keine Lebkuchen und kein Spekulatius und auch jetzt ein Tag vor Weihnachten gibt es all das nicht.
Ich habe dieses Jahr nur einmal Butterplätzchen gebacken und das war schon kompliziert genug. Ich habe kein Apfelbrot gebacken, kein neues Rezept ausprobiert und keine Weihnachtslieder gesungen.
Hier in Peru war gestern Sommeranfang und auch sonst erinnern einen nur Nachts die sehr stillosen, blinkenden und schrecklich dudelnden Lichterketten auf dem Plaza daran, dass eigentlich morgen das Christkind oder Papa Noel kommen sollte. Jedenfalls für mich die Peruaner feiern nämlich erst am 25. Weihnachten.....
Es ist eben eine andere Kultur, und zwar eine in der Weihnachten einfach nicht so wichtig ist. Da werde ich jetzt wohl durchmüssen. Weihnachten wird dieses Jahr nach Paneton (so ein fertig Früchtekuchen oder Brot) und viel zu süßer heißen Schokolade schmecken. Weihnachten wird dieses Jahr nach Böllern und dadurch ausgelöste Toyota-Alarmanlagen klingen. Und Weihnachten wird dieses Jahr ohne Tannenbaum und Familie auskommen müssen.
Aber weil Weihnachten das Fest der Hoffnung, Liebe und des Friedens ist werde ich meinen Inneren-Frieden damit schließen und dankbar sein. Ich will mich nicht selbstbemitleiden und traurig sein, auch wenn ich morgen am Tag der Wahrheit sicherlich die ein oder andere Träne nicht zurückhalten können werde. Aber meine Zwillingsschwester hat schon recht, wenn sie vorschlägt lieber an das zu denken wofür man dankbar ist.
Nehmt euch also Mal kurz Zeit an 10 Dinge zu denken für die ihr dankbar seit.
Hier sind meine 10 wobei die Reihenfolge keine Bedeutung hat.

Ich bin dankbar weil:

- ich und alle die mir wichtig sind so gesund sind, dass sie uneingeschränkt am Leben teilhaben können
-ich in Deutschland lebe und mir somit soziale Sicherheit und Bildung zuteil wird
-ich in Peru sein darf und hier Erfahrungen sammle
-ich weiß, dass ich ein zu Hause habe, dass auf mich wartet
-mir durch meine Familie alle Wege für meine Zukunft offen stehen
-ich immer wider sehe wie Menschen sich sozial und/oder politisch engagieren und die Welt sich in die richtige Richtung entwickelt
-ich die besten Eltern habe, die immer für mich da sind und mich unterstützen
-ich zwei super tolle Schwestern habe, auf die man sich verlassen kann und die mich trotzdem immer wieder überraschen
-ich Freunde habe die mich aufbauen und mich verstehen und die noch da sind auch wenn man lange nichts voneinander gehört hat
-ich nächstest Jahr um diese Zeit wahrscheinlich mit meiner ganzen Familie Plätzchen und (Bratwurst) mit Sauerkraut essen werde, mit meinen Großeltern, Cousinen und Cousins sowie Tanten und Onkeln zusammen sein werde und ich dem Weihnachtsmann irgendein Gedicht aufsage, dass ich erst eine viertel Stunde vorher gelernt habe.


Ich freu mich auf nächstes Jahr. Dann backe ich 10 verschiedene Plätzchen und Apfelbrot und singe wieder Weihnachtslieder...
Ganz Liebe Grüße aus Peru diesmal besonders an meine Familie. Feiert schön, lasst im Bauch noch Platz für Neujahr, "streitet" nicht darum, wie und wo man den Tannenbaum am besten aufstellt und genießt Weihnachten. Denn es ist und bleibt die schönste Zeit des Jahres!

Liebe Grüße aus Peru
Eure Sue

PS: Ich liebe euch und ihr fehlt mir diese Tage besonders. Auch wenn ich in den nächsten Jahren eher noch mehr unterwegs sein werde und wir uns Studium bedingt nicht ständig sehen werden, Weihnachten sollte man zu Hause sein und mein zu Hause werdet ihr noch eine ganze Weile lang sein.

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