Sonntag, 6. September 2015

Euphorangst

Als Jule Verne sein Buch in 80 Tagen um die Welt schrieb, das schien eine solche Reise noch unmöglich. Es war Science-Fiction: eine faszinierende aber auch absurde Vorstellung. Nun absurd und faszinierend ist es geblieben, der Gedanke um die Welt gereist zu sein und zwar nicht in 80 sondern in 2 Tagen. Man steigt morgens in den Zug, verabschiedet sich, für eine unvorstellbar lange Zeit, von seinen Lieben daheim und dann steigt man in ein Flugzeug, dann nochmal in ein anderes und dann nochmal in ein anderes und dann-dann ist man also angekommen in….PERU!
Schon der Inlandflug von Lima nach Cusco war unglaublich, denn wir konnten einen ersten Eindruck über die Anden bekommen und der war nun ja beeindruckend. Die Vorstellung für ein Jahr immer diese unglaubliche „Skyline“ zu haben ist unfassbar.
So genug der Schwärmerei (eigentlich nicht, aber man kann es eh nicht in Worte fassen), zurück zur Realität, die einem so überhaupt nicht real vorkommt!
Einer unserer Projektleiter und der Verantwortliche in Peru haben uns gleich am Flughafen in Empfang genommen und dann ging es erst mal zu unserem Hotel. Keine Sorge, ihr habt nicht verpasst, ich werde immer noch in einer Gastfamilie wohnen, so wie alle anderen auch. Aber ich und vier andere wohnen ja etwas abseits und weil es am Anfang eben noch Organisatorisches (Visum, Handysituation, „Wie fahre ich Bus in Peru“ usw…) zu klären gibt und man all das nur in Cusco klären kann, sind wir für kurz in einem (sehr einfachen) Hotel untergebracht.
Die anderen Freiwilligen, darunter auch meine Zwillingsschwester, sind allerdings gestern schon in ihr neues zu Hause eingezogen und haben die Gastfamilie kennengelernt.
Da ich mir auch einen Eindruck von ihrer Wohnsituation verschaffen wollte und da wir alle echt viel Gepäck hatten (wir durften nämlich doch jeder zwei Gepäckstücke mitnehmen) habe ich sie einfach mal begleitet.
Die Busfahrt war unspektakulär, solange man nicht aus der Frontscheibe gesehen hat und so sind wir schnell in Lucre angekommen. In diesem Dorf werden 3 Freiwillige wohnen, ich werde unter „Fotos“ ein paar Bilder von Lucre veröffentlichen, weil man sich nur so annähernd vorstellen kann wie anders es dort ist.
Hierzu nur noch eine kurze Anekdote, die eine Freiwillige wohnt bei einer super netten Familie, die ziemlich viele Hunde hat (eigentlich sind das 5/6 der wirklich vielen Straßenhunde, die die Familie quasi adoptiert hat). Wir sind also da angekommen und die Hunde kamen natürlich gleich auf einen zu und waren super aufgeregt, so aufgeregt dass erst mal 3!!! von ihnen, den Koffer der Freiwilligen markiert haben. Trotz dieses Zwischenfalls sind aber alle 3 Freiwilligen, bei denen ich dabei war, herzlich und freundlich von ihrer Gastfamilie aufgenommen wurden.
Alles in allem ist es schön und gruselig und unwirklich endlich hier zu sein, weshalb wir die duetsche Sprache um ein Wort bereichern müssen:
Euphorangst, die (eine Neologismus aus Angst und Euphorie):
Ein Gefühl des freudigen Erwartens und positiver Spannung, welches hin und wieder durch Angst und Respekt vor dem Ungewissen durchzogen wird.
Ein wie ich denke absolut notwendiges Wort, denn was mir als erstes aufgefallen ist, ist wie wenig Wörter die deutsche Sprache doch bereitstellt um euch (den Blog-Lesern) näherbringen u können wie anders hier alles ist, deshalb werde ich mich in weitern Posts mit speziellen Dingen auseinander setzten (Verkehr, Wohnsituation etc.) und möglichst viele Bilder veröffentlichen.

Liebe euphorangstische (ok an dem Adjektiv muss man noch arbeiten) Grüße aus PERU!
Eure Sue…

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