Mittwoch, 12. August 2015

Tapferkeit-Demut-Geduld

Es ist schon seltsam, noch vor zwei Wochen konnte ich mir noch so überhaupt nicht vorstellen, schon in 19 Tagen mein zu Hause zu verlassen, inzwischen kann ich mir nicht mehr vorstellen noch 19 Tage hier zu sein, bevor es endlich losgeht.
Woher kommt dieser Sinneswandel?
Ganz einfach vom Vorbereitungsseminar. Die letzten 2 Wochen waren ich und meine Schwester zusammen mit allen diesjährigen "Baumhaus-Freiwilligen" in Eckernförde und haben uns auf das kommende Jahr vorbereitet.
Um dem faulen Leser die Arbeit zu sparen, hier eine Minizusammenfassung vorweg:
Es waren 2 wahnsinnig gute, interessante, lehrreiche und schöne Wochen, was nicht zuletzt auch am wunderschönen Eckernförde selbst liegt.
Vorletzten Sonntag sind Johanna und ich also, nach einer etwas turbulenten DB-Fahrt, auf dem Campus angekommen und haben endlich mal persönlich unsere Mitfreiwilligen, die China-Freiwilligen und unsere Projektleiter sowie die Stifter des Projekts kennengelernt.
Kurze Erläuterung für den verwirrten Leser, das Baumhaus-Projekt entsendet seit 8 Jahren Freiwillige nach China und seit 3 Jahren nun auch nach Peru und die werden alle gemeinsam und natürlich auch länderspezifisch individuell auf ihr Jahr vorbereitet, diese Vorbereitungsseminare sind Pflicht bei allen "weltwärts"-Diensten
Durch die absolute Nähe zum Strand (1,5 Minuten Fußweg) und die allgemein sehr gute Stimmung könnte vielleicht der Anschein erweckt werden, dass das Vorbereitungsseminar einem gewöhnlichen Ferienlager ähnelt...nun dies ist nicht der Fall.
Die erstaunlich gut eingehaltene Nachtruhe (bei 20 Leuten in einem Schlafsaal) war um 23.00 Uhr, was wirklich angemessen war, da die Seminartage um 8.30 Uhr angefangen haben und man dann eigentlich bis 17.00 Uhr durchgängig beschäftigt war.
Auf dem Programm standen Didaktik-Stunden, beim Kurator der Stiftung, die das "Baumhaus-Projekt" ins Leben gerufen hat, persönlich, sowie Englisch-Didaktik, ein Erste-Hilfe-Kurs, ein Kommunikations-Kurs und zahlreiche Vorträge zu Organisatorischem, Wissenswertem und der Kunst ein guter Gast zu sein.
Außerdem gab es für die "Chinesen" Chinesischunterricht und -Überraschung für die "Peruaner" Spanischunterricht.
Jetzt fühle ich mich auf jeden Fall optimal vorbereitet und würde am liebsten sofort in das Flugzeug steigen, aber da liegen ja wie gesagt noch 19 Tage zwischen heute und "DEM TAG".
Was wirklich Schade ist, ist dass wir die "Chinesen" erst in einem Jahr zum Nachbereitungsseminar wiedersehen werden...natürlich ist unsere Perugruppe echt super, aber den ein oder anderen China-Freiwilligen hätte ich am liebsten mit in den Rucksack gepackt und nach Peru verschleppt...
Nun das wird nicht gehen, natürlich schon weil das bestimmt gegen die Menschenrechte verstößt und zum anderen weil ich eh nur 23 kg Gepäck mitnehmen kann!
Ich habe auf jeden Fall super viel über mich und über das kommende Jahr erfahren und was vielleicht noch wichtiger ist, ich habe unsere Projektleiter kennengelernt (dass sind die, die in Deutschland sitzen und sich um fast alles kümmern und unsere Ansprechpartner sind), zwei Jungs, die selber in der ersten Generation in Peru waren und aus meiner Sicht absolut kompetent, vertrauenswürdig und zuverlässig sind, sodass ich zumindest was das angeht absolut beruhigt und "gut aufgehoben" nach Peru gehen kann. (Falls ihr das hier jemals lest...Vielen Dank)
So zu guter letzt noch ein paar Worte zu meiner sehr philosophischen Blog-Überschrift.
Zum Abschluss unseres Seminars hat einer der China-Projektleiter nochmal zusammengefasst, was aus seiner Sicht die wichtigsten "Grundpfeiler" während der nächsten 365 Tage seien sollten und da ich ihm zu 100% zustimme möchte ich das hier teilen, auch um mich selber immer wieder daran zu erinnern.
Tapferkeit: die werde ich auf jeden Fall brauchen für all die Momente, wo nichts zu gehen scheint und ich am liebsten zu Hause wäre...
Demut: für die Momente in den alles perfekt zu seien scheint und man das Gefühl hat, jetzt kann echt nichts mehr schiefgehen (Murphys-Gesetz gilt glaub ich überall auf der Welt)
Geduld: wahrscheinlich das Wichtigste, da bei mir nur in Ansätzen vorhanden. Geduld mit den Schülern, den anderen Freiwilligen, den Menschen und vor allem mit mir selbst!

So um diesen Eintrag nicht gar so nachdenklich enden zu lassen, hier mein abschließendes Fazit zum Vorbereitungseminar:
Ich bin mir nun absolut sicher, dass das Projekt, das Jahr und meine Entscheidung einen "weltwärts"-Dienst zu machen richtig waren und freue mich richtig auf all die Erfahrungen, Entdeckungen und die Menschen, die Teil dieses Jahres seien werden!
Liebe Grüße noch aus Deutschland Sue

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